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Der aufgeklärte Verbraucher und die Gentechnik
Das sind alles Fragen, die den Verbraucher in Deutschland beschäftigen.
Da dieses Thema insbesondere auch für Fleischereien/Metzgereien von Bedeutung ist, habe ich mit großem Interesse einem Vortrags-Abend entgegen gesehen, zu dem ich über Alex Klein, Burschenschaft Normannia-Nibelungen eingeladen war.
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein referierte dort auf dem V. Burschenschaftlichen Abend am Mittwoch, 13. Juni 2007. Der Vorstand des FIBL Deutschland e.V. hatte ein aktuelles Thema gewählt:
Gentechnik - Gefahr oder Chance?
Eingreifen in die Genetik - so der Referent gleich zu Beginn seiner Ausführungen - sei nichts grundsätzlich Neues. Der Mensch habe schon seit Generationen z. B. die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen durch gezielte Kreuzung zu beeinflussen versucht. Neu sei jedoch etwas anderes: etwas zu “kombinieren, was die Natur so nicht macht”: nämlich ein bestimmtes Gen einer Pflanze in eine oder mehrere andere Pflanzen einzubringen. Hierdurch entstünden (neue) Pflanzen mit Eigenschaften, die diese Pflanzen sonst so nicht hätten.
Was dann folgte, war ein leidenschaftliches Plädoyer für Landwirtschaft ohne Gentechnik, stets unterfüttert mit sachlichen Argumenten und Beispielen
Die Kernthesen:
a) Gentechnisch veränderte Futtermittel könnten bei Tieren (nicht beabsichtigte) Krankheiten auslösen, die bei Aufnahme des traditionellen (gentechnisch unveränderten) Futtermittels nicht auftraten.
(So sollen Mäuse, die genveränderte Erbsen gefressen haben, plötzlich Lungenentzündung bekommen haben.)b) Gentechnisch veränderte Getreidesorten (z. B. Mais) könnten durch Pollenflug Nachbarfelder herkömmlichen Getreides beeinflussen.
(Im Unterschied zu einem Medikament, das bei Bekanntwerden unerwünschter Nebenwirkungen letztlich einfach wieder vom Markt genommen würde, sei bei gentechnisch verändertem Getreide die entsprechende Aktion NICHT RÜCKHOLBAR.)
c) In USA, Kanada und Argentinien habe der Verbraucher in den meisten Fällen keine oder kaum noch Wahlfreiheit wie zur Zeit noch in Europa. Diese Wahlfreiheit sollte der Verbraucher auch in Deutschland unter allen Umständen nutzen.
(In Europa wirke sich die entsprechende Verbraucherhaltung derzeit zugunsten der traditionellen, nicht gentechnisch beeinflussten Landwirtschaft aus).
d) Derzeit gäbe es weltweit fünf oder sechs Konzerne, die über das Patentrecht gentechnisch veränderte Pflanzen für sich schützen ließen und inzwischen den gesamten Weltmarkt zu nahezu 100 Prozent kontrollierten.
(So soll, wie ich im Netz lesen konnte, ein einziges Patent der Monsanto Company, St. Louis, USA 18 verschiedene Nutzplanzen umfassen (Vgl. hierzu die Internetseite gentechnikfreie-regionen.de, eingesehen am 16. Juni 2007)).
Die anschließende Diskussion war ausgesprochen lebhaft. Selbstverständlich habe ich auch hier wieder die besondere Situation nutzen können, mich mit dem Referenten ausführlich zu unterhalten.
Quelle: fleischer-blog.de/cgi-bin/weblog_basic/index.php?p=285