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Zwei Fechtpartien sind Pflicht


Die Glocke, 31.10.07

Münster/Bielefeld (gl). Sie waren am Sonntag Dreh- und Angelpunkt des Tatorts aus Münster: studentische Verbindungen. Während Kommissar Thiel (Axel Prahl) ermittelte, trat Professor Boerne (Jan Josef Liefers) selbst in den Fechtkampf. Realität oder bloß guter Stoff für einen Krimi? Offensichtlich beides. Sowohl in Bielefeld als auch in Münster sind studentische Verbindungen organisiert.

Von 20 bis 30 Verbindungen spricht Annelie Kaufmann vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta), ein Sprecher des Asta Bielefeld berichtet von fünf Verbindungen in der Ostwestfalen-Metropole. Nur in den schlagenden Verbiondungen ist das akademische Fechten (Mensur) ein fester Bestandteil ihres Gemeinschaftslebens. Laut dem jeweiligen Asta gibt es in Münster sechs schlagende Verbindungen, in Bielefeld zwei.

Eine von ihnen ist die Burschenschaft Normannia-Nibelungen mit Sitz in Bielefeld. 120 Mitglieder sind hier organisiert. Wer neu dabei ist, fängt als „Kraßfux“ an, wird nach einer betsandenen Prüfung „Brandfux“ und nach einer weiteren Prüfung „Bursche“. Nach Abschluß des Studiums heissen die Mitglieder „Alte Herren“. Sofern die Mitglieder nicht austreten, besteht der Kontakt zur Verbindung ein Leben lang.
Die Mensur sieht Schriftwart Alexandro Klein-Toledo als „waffenstudentische Tradition, die Mut erfordert und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt“. Zwei Pflichtpartien würden den Mitgliedern abverlangt. „Wir lassen niemanden in die offene Klinge laufen. Niemand wird überfordert oder einer Gefahr ausgesetzt. Die Schutzkleidung garantiert, dass es nicht zu tödlichen oder schwer wiegenden Verletzungen kommt“, sagt Klein-Toledo. Den berühmten Schmiss (Schnitt im Gesicht) müsse jeder „im Rahmen des verbleibenden, gut kakulierbaren Risikos in Kauf nehmen“.

Die akademische Ruderverbindung Westfalen, die ihren Sitz in Münster hat und 1891 geründet wurde, ist eine freiwillig schlagende Verbindung. „Fechten ist erlaubt, aber nicht vorgeschrieben“, sagt Frederik Cramer. Die 110 Mitglieder würden selten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Im Vordergrund stehe der Rudersport. Einmal die Woche treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Rudertraining, um sich auf Wettbewerbe wie beispielsweise die Deutschen Hochschulmeisterschaften vorzubereiten.


Burschenschaft Normannia-Nibelungen • Telefon: +49 521 894108 • Fax: +49 521 7854129 • E-Post: aktivitas@normannia-nibelungen.de